Forex Trendfolge Strategie

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Forex Trendfolge Strategie

Der Trendhandel ist eine Strategie, die im Trading nach der Markttechnik sehr verbreitet ist. Trends kann man nach oben oder unten handeln. Genaugenommen sind Trends in Kursen immer vorhanden. Auch eine Seitwärtsphase stellt einen Trend dar, sie wird nur nicht als Trend sondern als Konsolidierung bezeichnet. Wie man diese handelt, wird in einem weiteren Beitrag vorgestellt. In diesem geht es um den klassischen Trend.

 Auf- oder Abwärtstrends handeln?

Trends weisen alle Ähnlichkeiten auf, sie sind nur von Assetklasse zu Assetklasse in ihrer Volatilität verschieden. Da Devisen den größten und liquidesten Kapitalmarkt darstellen und der Handel weltweit 24/5 stattfindet, sind auch Währungspaare volatil, also schwankungsbreit. Sie weisen dennoch oft stabile Trends auf.

Ob man Auf- oder Abwärtstrend handelt, hängt von den eigenen Präferenzen ab. Zwar sind in Aktienmärkten Abwärtstrends meist dynamischer, können bei Währungen sowohl Auf- als auch Abwärtsbewegungen sehr dynamisch ausfallen. Während in Aktien Verkäufe nur in eine Richtung stattfinden, hängt bei Währungspaaren davon ab, welche Währung verkauft wird. Wird der US Dollar gegen den Euro aus relevanten Gründen verkauft, kann es einen dynamischen Anstieg und damit Trend im EURUSD Währungspaar bedeuten.

Wie identifiziert man einen Trend?

Forex Trends werden in der Regel durch viele Faktoren beeinflußt. Jede Währung hat dabei ihre eigene Gewichtung bei den Faktoren. Einige sind extrem stark von Rohstoffpreisen abhängig, anderen wiederum von der Konjunktur in China und andere wiederum von politischen und geldpolitischen Entscheidungen. Es ist ratsam diese Eigenschaften zu kennen, auch wenn man strikt nach der Markttechnik handelt.

Ansonsten aber sind Trends sehr simpel mit Hilfe der Markttechnik zu identifizieren. Der Allgemeindefinition nach wird ein Trend dann bestätigt, wenn er mindestens zwei Tiefs/Hochs gebildet hat, die miteinander verbunden werden können.

Aufwärtstrend

Abb. Aufwärtstrend

Abwärtstrend

Abb. Abwärtstrend

Darüber hinaus können Trends mit Hilfe von Indikatoren bestimmt werden. Dazu eignen sich beispielsweise die gleitenden Durchschnitte. Der Kurs wird dabei in der Betrachtung einer bestimmten Periode geglättet. Es haben sich der 21er, der 50er und der200er gleitenden Durchschnitte etabliert, die je nach Anlagehorizont genutzt werden können. Die 200er gleitenden Durchschnitte sind besonders wichtig, da sie stark von institutionellen Händlern beachtet werden.

gleitender Durchschnitt

Abb. gleitender Durchschnitt

 Wie handelt man Trends?

Derweil kann man Trends auf mehrere Arten handeln. Dabei muss zunächst definiert werden, wie lange man am Trend partizipieren möchte. Man kann entweder versuchen den gesamten Trend zu handeln, also so früh wie möglich einsteigen und so spät wie möglich aussteigen. Das wird in der Regel nicht immer funktionieren, da man eine Trendwende oft nicht mit Sicherheit identifizieren kann.

Man kann aber einem Trend auch in Teilen folgen, also nur die Swings, die dabei entstehen handeln. Bei beiden Arten, geht es natürlich auch darum den richtigen Einstieg zu finden. Wer den gesamten Trend handeln möchte, konzentriert sich mehr auf die Identifikation von möglichen Trendwenden, während der Swingtrader relevante Widerstände und Unterstützungen innerhalb eines bestehenden Trends nutzt. Wie sieht das Ganze nun in der Praxis aus?

Das untere Chart zeigt den EURUSD Kurs mit 1 Stunden Kerzen. Für den Trendfolger könnten die Einstiegsregeln wie folgt lauten:

  • Es muss ein Boden bzw. ein Top gebildet werden (zwei Tiefs oder SKS-Formation)
  • Es muss ein relevanter Widerstand oder Unterstützung gebrochen werden
  • Es sollte ein Retest des Ausbruchsniveaus erfolgen.
  • Es wird ein Trailing Stop gesetzt, der immer unter der unteren Trendlinie verläuft

Abb. EUR-USD Chart im Trend

Abb. EUR-USD Chart im Trend

 Der Trailing Stop sichert den Trade ab und ermöglicht die Positionierung im Verlauf des gesamten Trends. Einen Nachteil hat diese Technik dennoch. Der Stop ist so relativ tief gesetzt. Im Falle einer Trendwende, würde man einen nicht geringen Anteil der Gewinne wieder abgeben. Eine Lösung wäre es die Trendwende so früh wie möglich zu erkennen. Das kann entweder auf dieselbe Weise erfolgen, wie man den Einstieg definiert hat oder über den Einsatz von Momentum Indikatoren wie dem RSI (Relative Strength Indikator).

Der Swingtrader benötigt nicht unbedingt einen Boden oder ein Top um am Trend zu partizipieren. Er versucht relevante Widerstände und Unterstützungen zu identifizieren und in Richtung des Trends zu handeln. Er schließt seine Positionen allerdings bereits nach einer kurzen Zeit. Beispielsweise wenn der Kurs an der oberen Trendbegrenzung angekommen ist. Die Regeln könnten wie folgt lauten:

  • Ein Trend muss durch zwei Tiefs bestätigt worden sein
  • Das dritte Tief wird für den Einstieg genutzt
  • Eine relevante Zone muss über-/unterschritten werden
  • Exit erfolgt an der nächsten relevanten Widerstands-/ Unterstützungszone
  • Trailing Stop wird stets unter das Tief der vorhergehenden Kerze gesetzt

Trend-BestätigungAbb. Trend-Bestätigung

 Fazit- Trendfolge Strategien im Forex handeln

Wie man sieht kann man einem Trend auf mehrere Arten folgen. Dabei ist bei den beiden oben vorgestellten Handelstechniken grundsätzlich folgendes zu beachten.

Klassische Trendfolge:

  • Vorteil: Identifikation von Böden oder Tops, relativ früher Einstieg
  • Nachteil: Gewinnabgabe bei spätem Ausstieg
  • Vorteil: Kurze Haltedauer, einfache Identifikation von Einstiegspunkten
  • Nachteil: viele Trades in volatilen Phasen

 Swing Trendfolge:

Wie man sieht haben beide Strategien Vor- und Nachteile. Jeder Trader muss sich dabei auf seine eigenen Präferenzen konzentrieren. Ist man beispielsweise entscheidungsfreudig, dann wäre das Swingtrading womöglich die bessere Alternative. Auch wird dabei das Halten einer Position über Nacht meist verhindert.

Jedoch gilt für beide Techniken wie so oft: „Kaufe günstig, verkaufe teuer“ im Falle von Short Positionen vice versa. Sowohl bei der klassischen Trendfolge als auch beim Swingtrading werden tiefe. bzw. hohe Kurse für den Einstieg gesucht. Erst danach ein relevanter Widerstand/Unterstützung identifiziert.

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