Forex Trading Plan erstellen

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Forex Trading Plan

Einen Trading Plan zu erstellen ist für den langfristigen Erfolg im Devisenhandel unabdingbar. Zudem ist er mit nur wenigen zusätzlichen Schritten erstellt und gibt dem Händler die Möglichkeit, seine Performance deutlich zu verbessern.

Was ist ein Trading Plan?

fragezeichenEin eigenständiger Händler zu sein, sollte das Ziel eines jeden Forex-Traders sein. Jeder Händler hat unterschiedliche Gedankenprozesse, Markteinsichten, Risikotoleranzen und Markterfahrung. Eine Methode, die für einen anderen Trader funktioniert und all seine Bedürfnisse erfüllt, muss demzufolge nicht passend für einen anderen Händler sein. Im Gegenteil könnte sie für ihn sogar nachteilig sein.

easyEin Trading Plan definiert, wann was warum und wie getan wird. Er ist Spiegel der Persönlichkeit, Erwartungen, Trading-Systeme und Grundsätze des Risikomanagements. Zusammen mit etwas Disziplin kann er dafür sorgen, dass sich Gewinne deutlich steigern lassen und ermöglicht vor allem eine regelmäßige Evaluation und somit eine gezielte und strategische Verbesserung.

Ein Trading Plan ist auch deswegen notwendig, weil der Devisenhandel mit vielen Emotionen verknüpft sein kann. Dies gilt sowohl dann, wenn Trades erfolgreich verlaufen, als auch dann, wenn der Händler Verluste hinnehmen muss. Jeder Trade wirkt sich auf die Psyche aus und begünstigt so Fehlentscheidungen aus der Hitze des Augenblickes. Der beste Weg, dies zu verhindern, ist, nicht nachdenken zu müssen. Wer sich bereits im Vorfeld zurechtgelegt hat, was er in diesem Fall tun wird, wird über seine Entscheidung weniger nachdenken, während er in einem emotionalen Zustand ist und stattdessen weiterhin mit kühlem Kopf handeln. Kurzschlusshandlungen werden so vermieden.

Ein Trading-Plan unterscheidet sich dabei von einem Trading-System. Ein Trading-System gibt lediglich an, wann und wie ein Händler Positionen öffnet und schließt. Ein Trading Plan umfasst hingegen auch das Trading-System aber darüber hinaus alles, was ein Händler benötigt, um sinnvolle Trading-Entscheidungen zu treffen – in Optimalfall zu jedem Zeitpunkt. Das bedeutet dass die Analyse, das Risikomanagement, die Ausführung, usw. alle vom Trading Plan erfasst werden.

Warum benötigen Forexhändler einen Tradingplan?

fragezeichenEin Trading Plan erleichtert den Devisenhandel deutlich. Er erfasst zu jedem Zeitpunkt, wo der Händler gerade steht und wohin er sich bewegen will. Zudem ist er im Optimalfall so detailliert, dass er sogar die einzelnen Schritte angeben kann, um den Trader sicher an sein Ziel zu führen.

Wer keinen Tradingplan hat, ist hingegen schnell ziellos. Er weiß vermutlich nicht, welche Trading-Strategie er anwenden soll, wie er den Markt analysieren möchte, wann Wirtschaftsnachrichten veröffentlicht werden und welche Positionsgröße er wählen möchte. All diese kleinen Entscheidungen, die nicht mit Struktur getroffen werden, führen dazu, dass ein Trader weniger erfolgreich ist und zudem nicht besser werden kann. Wer einfach darauf los handelt, kann in der Regel im Nachhinein nicht sagen, warum welcher Trade funktioniert oder nicht funktioniert hat. Zudem lässt er sich von Erfolgen und Misserfolgen deutlich schneller beeinflussen und wird dann unnötig wagemutig. Ein Tradingplan ermöglicht es hingegen, auch in solchen Situationen ruhig zu bleiben und weiter so zu handeln, als hätte man einen kühlen Kopf bewahrt. Der Tradingplan wurde schließlich mit einem kühlen Kopf entwickelt und kontrolliert und ist vertrauenswürdig. Zudem ermöglicht der Tradingplan es wesentlich leichter, Fehlern auf die Schliche zu kommen. Viele Händler machen immer wieder die gleichen Fehler und schmälern so ihre Erfolge deutlich. Ein Tradingplan hilft dabei zu evaluieren, an welcher Stelle welches Vorgehen nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat und wie dies verbessert werden kann.

Zudem lassen sich auch Erfolge besser nachvollziehen. Der Trader weiß jederzeit, wo auf seinem Weg er sich befindet und kann die Errungenschaften der Vergangenheit deutlicher erkennen.

Gerade als Einsteiger gibt es eigentlich nur zwei Gründe, warum das Trading nicht erfolgreich verläuft:

Entweder der Tradingplan muss verbessert werden oder der Händler hält sich nicht an den Tradingplan.

Nur 10 Prozent der Anleger bleiben überhaupt beim Forex-Trading und gerade zu Beginn sind hohe Verluste wahrscheinlich. Wer zu den 10 Prozent bleiben und durch sein Startkapital so viel wie möglich lernen möchte, sollte einen Tradingplan erstellen und den Erfolg regelmäßig überprüfen. Sonst ist es so gut wie unmöglich, längerfristig erfolgreich im Devisenhandel zu sein.

Warum Disziplin eine Schlüsseleigenschaft ist

infoDer beste Tradingplan nutzt nichts, wenn die Disziplin nicht ausreicht, um ihn tatsächlich in die Tat umzusetzen. Tatsächlich ist es für die meisten Einsteiger sehr verlockend, Fünfe gerade sein zu lassen und ab und an einen Trade außerhalb des Planes zu machen. Häufig wird ihnen dies auch gelingen. Auf diese Weise wird das Belohnungszentrum aktiviert und die Chance, dass er bald wieder eine kurzfristige Belohnung sucht, steigt.

Beim Trading sollten Händler jedoch immer langfristig denken. Wer den Tradingplan nicht verfolgt, wird es später immer schwieriger haben, dennoch die Disziplin aufzubringen. Die Erfolge ohne Tradingplan sind allerdings kurzlebig und nicht reproduzierbar. Der Trader kann nicht erkennen, was er richtig oder falsch macht. Auf Dauer ist dies deutlich frustrierender als nach Plan zu handeln. Der Trader wird dann vermutlich damit beginnen, ein höheres Risiko zu gehen, weil er eine kurzfristige Belohnung anstrebt, um die Frustration aus den vergangenen verlorenen Trades zu kompensieren. Er verliert dabei unnötig viel Geld und der Kreislauf wiederholt sich so lange, bis er den Devisenhandel aufgibt. Dies muss jedoch nicht sein.

Händler sollten zuerst lernen, gerechtfertigte Gewinne von ungerechtfertigten Gewinnen zu unterscheiden. Ein gerechtfertigter Gewinn ist ein Gewinn, der daraus resultiert, dass ein detaillierter Tradingplan erstellt und verfolgt wurde. Ein ungerechtfertigter Gewinn ist, wenn ein Gewinn auftritt, ohne, dass ein Tradingplan erstellt und verfolgt wurde.

Eine etablierte Trading-strategie immer und immer wieder zu nutzen, ermöglicht es, am Ende einen Profit zu erzielen und die durchschnittlichen Gewinnchancen zu schlagen. Deswegen muss jeder einzelne Trade nach der Strategie ausgeführt werden. Der Gewinner ist am Ende derjenige, der Konsistenz entwickeln kann. Nur so lässt sich das Gesetz des Durchschnitts schlagen und langfristig erfolgreich traden.

Realistische Ziele setzen

ausrufezeichenAm Ende eines Tradingplans steht das Tradingziel. Nur wer weiß, wohin er möchte, kann dort auch ankommen. Außerdem sorgen Ziele gleichermaßen dafür, dass Trader bodenständig bleiben und bisher Erreichtes zu schätzen wissen. Zudem sorgen Ziele dafür, dass die Motivation erhalten bleibt. Wichtig ist es allerdings, realistische Ziele zu setzen. Wer dennoch groß träumen möchte, sollte das große Ziel zumindest in kleinere Teilschritte unterteilen und sich für seine Erfolge entsprechend belohnen. Das Ziel sollte entsprechende des Tradingplans, dem Risikomanagement und der eigenen Persönlichkeit gewählt werden.

Ziele sind zudem hervorragend dazu geeignet, die bisherige Performance auch kritisch zu reflektieren. Welche Schritte haben dazu beigetragen? Welche Fehler haben bisherige Erfolge wieder geschmälert?

Zu Beginn ist es sinnvoll, sich vor allem Ziele zu setzen, die sich auf den Prozess konzentrieren und nicht auf das Ergebnis. Auf diese Weise können Anfänger ihrer Fähigkeiten weiterentwickeln und ihre Stärken und Schwächen erkennen. Es ist dabei egal, ob am Ende Gewinn entsteht. Wichtiger ist beispielsweise ob die korrekte Positionsgröße gewählt worden ist oder Positionen beim Erreichen des Stop Loss geschlossen worden sind. Auf lange Sicht profitieren Einsteiger hiervon wesentlich deutlicher als von Zielen, die auf ein Ergebnis abzielen.

Diese Art von Zielen ist für erfahrene Händler jedoch häufig besser geeignet. Eine bestimmte Gewinnhöhe oder Anzahl an Pips erreichen zu wollen, hilft vielen Tradern dabei, langfristig erfolgreich zu sein und sich stetig zu verbessern.

Die Ziele sollten allerdings so spezifisch wie nur möglich formuliert sein. Sie müssen überprüfbar sein. Es ist also besser zu sagen „Ich möchte jeden Monat drei Prozent Gewinn machen“ als „Ich möchte in jeder Woche Gewinn machen“. Ohnehin ist die letzte Formulierung problematisch. Wer hier in die Verlustzone rutscht, hat auf diese Weise eine höherer Motivation, wieder Gewinn zu machen. An sich ist dies zwar nicht verkehrt, in den meisten Fällen wird dies jedoch dazu führen, dass der emotionale Druck zu groß wird. Händler entfernen sich dann häufig von ihrem Tradingplan und verlieren dadurch häufig noch mehr Geld, da sie mehr Risiko eingehen, als sinnvoll wäre. Die Ziele sollten also nicht so formuliert werden, dass sie den Händler unter Druck setzen und riskantere Trades begünstigen.

Welche Faktoren müssen beim Tradingplan sonst noch beachtet werden?

Der Tradingplan muss individuelle sein und demzufolge auf die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Möglichkeiten des Traders eingehen.

  • Wie viel Zeit steht für das Trading zur Verfügung und wann? Wie hoch ist die Volatilität üblicherweise? Wie häufig kann der Händler traden? Sind kurz-, mittel- oder langfristige Laufzeiten sinnvoller? Grundsätzlich gilt: Je kürzer der Zeitraum, umso mehr Zeit muss ein Händler vor den Charts verbringen.
  • Wie viel Risiko möchte der Händler gehen? Kann er das gesamte Kapital verlieren? Stellt die Nachschusspflicht ein Problem dar? Händler sollten niemals Kapital einsetzen, dessen Verlust schmerzen würde.
  • Welches Ziel und welche Motivation hat der Trader? Welches Risiko muss er dafür gehen? Wie häufig muss er traden? Was muss sein durchschnittlicher täglicher/wöchentlicher/monatlicher Gewinn sein, um dies zu erreichen?
  •   Welche Software möchte er nutzen? Welche Hardware steht zur Verfügung? Welche Analysemethoden bevorzugt er? Welcher Forex Broker ist am besten geeignet?

All diese Fragen sollten in den Tradingplan einfließen. Nur auf diese Weise kann der Trader langfristig diszipliniert bleiben und sich mit dem Tradingplan wohlfühlen. Werden wesentliche Fragen nicht ausreichend berücksichtigt, verlieren Händler schnell den Spaß am Forex und fühlen sich entweder über- oder unterfordert. Schafft der Trader es hingegen einen zu ihm passenden Plan zu entwickeln, wird er mit Freude weiter traden. Es ist allerdings keine Schande, den Plan im Verlauf weiter anzupassen, wenn er noch nicht völlig stimmig ist.

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