Was ist Forex?

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Was ist Forex?

Wer jemals für den Urlaub Geld umgetauscht hat, ist bereits mit Währungshandel, also Forex, in Kontakt gekommen. Das Grundprinzip von Forex ist es also, eine Währung gegen eine andere auszutauschen.

Wer beispielsweise in die USA fliegt und dort Euros gegen Dollar austaucht, kauft mit seinen Euros Dollar. Allerdings achten Touristen in der Regel nicht darauf, ob es für sie finanziell vorteilhaft ist, wenn sie ihr Geld umtauschen. Beim Forex-Handel ist dies anders. Die gekaufte Währung soll keinen praktischen Nutzen erfüllen, sondern wird ausschließlich mit dem Ziel erworben, sie zu einem späteren Zeitpunkt gewinnbringend zurückzutauschen. Natürlich ist es prinzipiell auch möglich, mit den gekauften Dollar eine dritte Fremdwährung zu erwerben, in der Regel konzentrieren Forextrader sich jedoch auf ein Währungspaar je Trade. Wer vor dem Heimweg US-Dollar übrig hat, wird feststellen, dass sich der Wechselkur in der Zwischenzeit geändert hat. Für Touristen mit einem normalen Budget fällt diese Änderung allerdings kaum ins Gewicht.

Der Devisenmarkt ist der größte Finanzmarkt der Welt. 2013 wurden durchschnittlich rund 5,3 Billionen US-Dollar täglich umgesetzt. Die größte Börse der Welt, die New York Stock Exchange setzt täglich hingegen nur gut 10 Milliarden Euro um.

Was wird beim Forex gehandelt?

fragezeichenDie einfachste Antwort darauf lautet: Geld. Allerdings funktioniert der Handel beim Forex-Trading etwas anderes als an der Börse. Der Trader erhält das Geld nicht physisch, sondern nur virtuell. Im Prinzip funktioniert Devisenhandel, als würde der Trader eine Aktie des jeweiligen Landes erwerben. Der Preis der Währung spiegelt in der Regel die Meinung des Marktes über die gegenwärtige und zukünftige Lage der Wirtschaft des jeweiligen Landes wieder. Kauft der Händler beispielsweise US-Dollar, kauft er prinzipiell eine Aktie der US-amerikanischen Wirtschaft. Er wettet darauf, dass die US-Konjunktur stabil ist und sich in Zukunft noch besser entwickeln wird. Wenn er seine „Aktien“ dann wieder verkauft, macht er Gewinn.

Grundsätzlich kann also gesagt werden, dass der Wechselkurs zwischen zwei Ländern den Zustand der einen Wirtschaft im Vergleich zur anderen Wirtschaft wiederspiegelt.

Natürlich wird ein Teil des Handelsvolumens auch durch kommerzielle und finanzielle Transaktionen verursacht. Der Großteil des Volumens im Währungshandel ist jedoch spekulativ. Schätzungen gehen sogar davon aus, dass mehr als 90 % des Währungshandels von Tradern verursacht wird.

Dabei gibt es Devisen und vor allem Devisenpaare die deutlich häufiger gehandelt werden als andere. Sie werden auch als „Majors“ bezeichnet.

Währung 1

Währung 2

Abkürzung
Euro US-Dollar EURUSD
Britisches Pfund US-Dollar GBPUSD
US-Dollar Schweizer Franken USDCHF
US-Dollar Japanischen Yen USDJPY
US-Dollar Kanadischen Dollar USDCAD
Australischer Dollar US-Dollar AUDUSD
Neuseeland Dollar US-Dollar NZDUSD

 

Symbole für Währungen haben drei Buchstaben. Die ersten beiden stehen für das jeweilige Land, die letzten beiden für die Währungsbezeichnung wie Dollar oder Pfund. So stehen bei „GBP“ die ersten beiden Buchstaben für „Great Britain“, das „P“ für „Pound“.

Aus der Tabelle wird deutlich ersichtlich, dass der US-Dollar mit Abstand die Währung ist, die am häufigsten gehandelt wird. Die amerikanische Währung ist in allen Trades zu knapp 85 % vertreten. Der Euro folgt auf dem zweiten Platz mit 39 %. Der Yen ist mit 19 % die Währung, die am dritthäufigsten gehandelt wird. Demzufolge setzt sich der größte Teil der gehandelten Währungspaare aus diesen drei Währungen zusammen. Der Dollar ist dabei jedoch unangefochten die wichtigste Währung. Er wirkt sich meistens auch auf die anderen Währungen aus, sodass es unabdingbar ist, die US-amerikanische Wirtschaft zu beachten. Dies gilt selbst dann, wenn der US-Dollar kein Teil des Währungspaares ist. Das hat verschiedene Gründe:

  • Die USA gilt als die größte Wirtschaft der Welt.
  • Der US-Dollar gilt als sehr stabile Währung, was auch durch die politische Stabilität der USA verursacht wird.
  • In Zahlreichen Staaten wird der US-Dollar als Zweitwährung oder als inoffizielles Zahlungsmittel genutzt.
  • Der US-Dollar ist immer noch die Währung, in der Öl verkauft wird. Auch bei vielen anderen Rohstoffen spielt der Greenbuck eine entscheidende Rolle.
  • Rund 62 % der Währungsreserven weltweit bestehen aus US-Dollar. Fast jeder Investor, jedes Unternehmen und jede Zentralbank besitzt US-Dollar und verfolgt deswegen seine Entwicklung.
  • Die US besitzen den größten Finanzmarkt mit der höchsten Liquidität weltweit.

Manche Trader haben sich jedoch auf sogenannte „Exoten“ spezialisiert. In der Regel kennen sie die Wirtschaft des Landes besonders gut, sodass ein Handeln mit Exoten für sie besonders Sinn macht. Je nach Strategie kann es zudem sinnvoll sein, sich auf Währungen zu spezialisieren, die besonders volatil sind. Auf diese Weise steigt zwar das Risiko deutlich, die Renditechancen nehmen jedoch ebenfalls zu. Auch die Spreads sind in der Regel deutlich weiter als bei den Majors. Auch hier gibt es Währungen, die häufiger angeboten und getradet werden. Zu ihnen gehören:

Minor Abkürzung
Argentinischer Peso ARS
Brasilianischer Real BRL
Chinesischer Renminbi / Yuan CNY
Dänische Krone DKK
Ägyptisches Pfund EGP
Hong-Kong-Dollar HKD
Ungarischer Forint HUF

 

Anfänger wird allerdings empfohlen, erste Erfahrungen mit den Majors zu sammeln, bevor sie sich an das Traden von Minors herantrauen.

Wer handelt mit wem?

infoDer Forex hat keine zentrale Stelle, an denen Währungen gekauft oder verkauft werden. Früher gab es Devisenbörsen, in denen sich zumindest ein Teil des Handels bündelte. Die Zeiten, in denen Devisenbörsen einen bedeutenden Anteil am Forex hatten, sind inzwischen jedoch vorbei.

Stattdessen ist der Forex-Markt ein „Over-the-Counter“ (OTC)-Geschäft. Im Deutschen gibt es zahlreiche Übersetzungen und Synonyme. So wäre eine mögliche Übersetzung „über den Tresen“, da der Handel nicht über die Böse abgewickelt wird. Auch deswegen heißt der OTC-Handel auch heute noch Telefonhandel, selbst wenn er inzwischen eher über das Internet abgewickelt wird. Ein weiteres wichtiges Synonym ist „Interbanken-Markt“. Da der gesamte Markt inzwischen elektronisch zwischen einem ganzen Netzwerk von Banken abgewickelt wird. Das bedeutet ebenfalls, dass sich die Händler an jedem Punkt auf der Welt befinden können. Auch der Zeitpunkt für den Forex ist fast irrelevant. Grundsätzlich ist es rund um die Uhr möglich, Devisen zu kaufen und zu verkaufen. Es kann allerdings je nach angewandter Strategie sinnvoll sein, den Handel auf bestimmte Zeiträume zu begrenzen. So unterscheidet sich die Volatilität einer Währung während der lokalen Handelszeiten deutlich von den Zeiten, in denen dort die herkömmliche Börse geschlossen hat. Dabei ändert sich die Liquidität des Marktes allerdings nicht. Die Markttiefe verändert sich hingegen und demzufolge gibt es bei den verschiedenen Währungspaaren je nach Strategie Zeitpunkte die für den Handel besser geeignet sind als andere.

Die Liquidität – also das Volumen, das zu einem beliebigen Zeitpunkt verkauft oder gekauft wird – ist beim Forex extrem hoch. Das macht es für jeden Trader sehr leicht, Währungen zu handeln. Aus der Perspektive eines Investors ist Liquidität deswegen wichtig, weil sie bestimmen kann, wie leicht sich der Preis innerhalb eines bestimmten Zeitraumes verändern kann. Ein Markt, der so liquide ist wie der Devisenmarkt, ermöglicht es, riesige Handelsvolumen zu traden, ohne dass die Auswirkungen auf den Preis sehr deutlich wären.

Der Forexmarkt ist zwar dezentralisiert, aber dabei dennoch kein reines Chaos. An seiner Spitze stehen die großen Banken mit dem Interbankenmarkt. Diese können miteinander durch EBS (Electronic Brokering Services) oder Reuters Dealing 3000-Spot Matching handeln. Darauf folgen die größeren Markteilnehmer wie Hedgefonds, Unternehmen, Retail Market Maker und Retail ECNs. Sie müssen ihr Geschäft über die Banken abwickeln und demzufolge etwas mehr an Gebühren bezahlen. Auf sie folgen die privaten Händler, für die der Forex am kostenintensivsten ist.

Warum ist Forex gewinnbringend?

fragezeichenDas Verhältnis der Währungen untereinander schwankt stetig. Häufig handelt es sich hierbei jedoch nur um ein paar Stellen hinter dem Komma, die auch Pips genannt werden. Wer also nur wenig Euros verkauft oder kauft, erzielt je Trade nur einen sehr kleinen Gewinn. Zudem muss er Wechselgebühren zahlen, sodass er sehr wahrscheinlich letztlich sogar Verlust macht.

Der Währungshandel ist dennoch gewinnbringend, weil die Trader sehr große Summen bewegen. Dafür müssen sie jedoch nicht das gesamte Kapital selbst aufbringen. Der Handel mit Hebeln ermöglicht es, dass sie nur einen Bruchteil von dem einsetzen, mit dem sie tatsächlich handeln. Das erhöht die Rendite deutlich, führt aber auch zu einer Erhöhung des Risikos.

Unterschiedliche Arten Forex zu handeln

  • Spotmarkt (auch: Kassamarkt oder Effektivmarkt)
  • Futures (Terminkontrakte)
  • Optionen
  • ETFs

Im Spotmarkt werden Währungen sofort unter Hilfenahme des aktuellen Marktpreises gehandelt. Vorteile sind die Einfachheit, die hohe Liquidität und enge Spreads. Zudem ist er rund um die Uhr geöffnet und der Marktzugang ist auch für private Anleger sehr leicht. Accounts können häufig schon für einen sehr geringen Betrag eröffnet werden.

Futures sind Verträge darüber, in der Zukunft eine bestimmte Menge eines Gutes zu kaufen oder zu verkaufen. Ein Bruchteil des Wertes als Einsatz reicht aus um einen Kontrakt zu eröffnen. Deswegen sind Futures eine Hebelinstrument. Vorteile von Futures sind ein sehr transparenter und gut regulierter Markt. Ein Nachteil gegenüber Optionen ist das höhere Risiko, das aus der Nachschusspflicht resultiert.

Eine Option gibt dem Käufer die Möglichkeit – aber im Gegensatz zu Futures nicht die Pflicht – eine Währung zu einem festgelegten Preis zum Laufzeitende zu kaufen oder zu verkaufen. Nachteile sind die begrenzten Handelszeiten und die im Vergleich zum Forexmarkt deutlich geringer Liquidität.

Exchange-traded funds können beispielsweise verschiedene Währungen gemeinsam enthalten und dem Trader so ermöglichen, sein Risiko zu diversifizieren. RTFs werden von Finanzinstitutionen angeboten und können wie Aktien gehandelt werden. Auch hier ist der Nachteil, dass ETFs nicht rund um die Uhr gehandelt werden können. Zudem werden für sie Zusatzkosten fällig.

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