Risiken des CFD Handels

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Risiken des CFD Handels

Es ist gemeinhin bekannt, dass Anleger beim CFD Handel dank des Leverage Effekts bereits mit geringem Einsatz hohe Positionswerte handeln können. Ein weiterer Anreiz ist ebenso die Tatsache, dass nicht nur auf steigende Kursverläufe spekuliert werden kann. Anleger können gleichermaßen auch auf fallende Märkte spekulieren und so ihren Handlungsspielraum verdoppeln. Dies wird gerne genutzt, um das eigene Kapital durch Hedging vor unerwartet hohen Verlusten abzusichern. Bei allen Vorteilen, die der CFD Handel bietet, sollten die Nachteile und Risiken aber nicht außer Acht gelassen werden. Denn nur wer sich dieser bewusst ist hat überhaupt die Chance, erfolgreich am Markt zu agieren.

Größtes CFD Risiko: das Marktpreisrisiko

ausrufezeichenWie bei den meisten traditionellen Handelsformen, sei es beispielsweise mit Aktien, Währungen, Rohstoffen oder Indizes, besteht auch beim Handel mit CFDs grundsätzlich immer das Marktrisiko. Entwickelt sich der Markt also nicht so, wie es der Anleger gerne hätte verliert er Geld. Dies kann insbesondere beim CFD Handel schnell zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und möglichen Nachschusszahlungen führen. CFD Einsteiger sollten sich daher auch nicht davon blenden lassen, dass der CFD Handel das Spekulieren auf fallende Märkte ermöglicht. Schon am nächsten Tag kann der Kursverlauf einer Aktie – teilweise auch ohne zunächst erkennbaren Grund – eine komplett andere Richtung einschlagen, was augenblicklich zu Verlusten führt.

So können Kursschwankungen auch durch unvorhergesehen politische Ereignisse, Entwicklungen in der Wirtschaft oder Naturkatastrophen erfolgen. Auf diese hat der Anleger keinerlei Einfluss, wodurch sie nicht in die Kalkulation miteinbezogen werden können. Hin und wieder entwickelt sich ein Kurs auch schlichtweg komplett irrational, ohne dass dafür ein Grund erkennbar ist. Auch mussten Investoren in der Vergangenheit bereits Verluste beklagen, obwohl sie die mittel- oder langfristige Bewegung zwar vorhersagen konnten. Gerade in volatilen Märkten führen die untertägigen Bewertungsverluste aber schnell dazu, dass das auf dem CFD Konto vorhandene Kapital schnell aufgezehrt wird, was seitens des Brokers zu einer automatischen Glattstellung der Position mit Verlust für den Anleger führt.
Es spielt dabei keine Rolle, ob der Anleger beim CFD Handel eine Long oder eine Short Position eingeht, also entweder einen steigenden oder fallenden Kursverlauf erwartet. Sobald sich der Markt zu seinen Ungunsten verändert, mindert dies den Wert seiner Position. Da weder die erfahrensten Broker noch die besten Analyse-Tools die Zukunft vorhersagen, sondern immer nur eine mögliche Tendenz anhand historischer Werte abbilden, kann das Marktrisiko beim CFD Handel leider nie gänzlich ausgeschlossen werden.

infoBeim CFD Handel gibt es grundsätzlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder entwickelt sich der Markt zu Gunsten des Anlegers, woraus ein Gewinn entsteht. Oder er entwickelt sich zu seinen Ungunsten und er muss möglicherweise mit weiteren Kosten rechnen. Zu bedenken ist aber, dass dieses Risiko bei jeder Handelsform besteht und damit erst einmal nicht gegen den Handel mit CFDs spricht. Dennoch sollte man sich diesem Umstand immer bewusst sein.

 

Hebeleffekt: Chance und Risiko gleichermaßen

Wie eingangs erwähnt, ist der durch den Hebel bedingte Leverage Effekt derjenige Umstand, der den CFD Handel für viele Anleger so interessant macht. Denn statt des Gesamtwertes des Kontrakts muss lediglich eine Initialmargin hinterlegt werden, um die Position zu eröffnen. Als Beispiel dient hier der Kauf von 10.000 Aktien des XY-Unternehmens zu einem Stückpreis von 1,50 Euro. Beim klassischen Wertpapierhandel müsste der Anleger nun 10.000 x 1,50 Euro = 15.000 Euro aufwenden. Für den gleichen Deal per CFD Trade mit einer Marginanforderung von 5 Prozent würde mit hingegen nur 750 Euro lediglich ein Bruchteil dieser Kosten anfallen.

Bei einer Marginanforderung von 5 % beträgt der Hebel 20. Dies bedeutet, dass das eingesetzte Kapital um das 20-fache gehebelt wird. Doch Vorsicht: nicht nur zu Gunsten des Anlegers, sondern auch zu seinen Ungunsten! Eine geringe Änderung des Kurses des CFD Basiswertes um 1 Cent hat bei unserem Beispiel aufgrund des Hebeleffekts von 1:20 bereits einen Gewinn oder Verlust von 20 Cent zur Folge. Je Aktie, wohlgemerkt. Auf das Gesamtvolumen der Position bezogen entsteht hier also entweder umgehend ein Gewinn von 2.000 Euro, der dem Konto sofort gutgeschrieben wird. Oder es entsteht ein Verlust in entsprechender Höhe, der zunächst von dem auf dem Konto vorhandenen Kapital beglichen wird. Erst, wenn dies nicht mehr möglich ist, werden seitens des Brokers weitere Schritte eingeleitet und das Konto beispielsweise glattgestellt.

Erfahrene Anleger haben dank der Hebelwirkung die Chance, große Gesamtvolumina mit geringem Kapitaleinsatz zu handeln. Dadurch kann das auf dem Konto vorhandene Vermögen effektiv auf mehrere Positionen aufgeteilt werden. Zu beachten ist aber, dass auch geringe Kursveränderungen schnell dazu führen können, die auf dem Konto des Anlegers hinterlegte Sicherheitsleistung aufzubrauchen. In diesem Fall wird die Position in der Regel automatisch mit Verlust glattgestellt und es ist kein weiterer Handel möglich.

Schutzmechanismen zur Risikominimierung

Eine effektive Absicherung gegen negative Kursverläufe kann und wird es leider wohl nie geben. Dennoch können sowohl der Broker als auch der Anleger dafür sorgen, eine Nachschusspflicht zu verhindern. Denn in dieser befindet sich der Anleger, sobald die Verluste das Kapital auf dem CFD-Konto übersteigen. In diesem Fall muss er die entstandenen Verluste aus seinem Privatvermögen ausgleichen. Bei der Eröffnung der Position hat er in der Regel aber die Möglichkeit, eine Vereinbarung zur Risikobegrenzung zu treffen. Hierdurch wird ausgeschlossen, dass der Anleger in die Pflicht genommen wird, Verluste aus seinem Privatvermögen heraus auszugleichen.

Ein weiteres beliebtes Werkzeug zur Minimierung von Verlusten sind die sogenannten Stop-Loss-Orders. Hierbei handelt es sich um einen Orderzusatz, der in der Regel kostenfrei vom Broker angeboten wird. Anleger können hierdurch Ober- und Untergrenzen eines Kurses festlegen, die Position wird anschließend umgehend verkauft, sobald der Basiswert diesen Wert erreicht hat. Bei Long Positionen ist dabei die Untergrenze relevant, umgekehrt bei Short Positionen die Obergrenze. Diese bei Positionseröffnung festgelegten Werte sind nicht starr definiert, sondern können jederzeit beliebig angepasst werden. So ist es beispielsweise möglich, teilweise den Gewinn eines Long-CFDs zu sichern, wenn der Kurs des Basiswerts aktuell am Steigen ist. Hierzu muss lediglich die anfangs gewählte Untergrenze angepasst werden. Dies kann entweder manuell durch den Investor erfolgen oder über eine dynamische Stop-Loss-Order, die immer einen gleichbleibenden Abstand zwischen Wert des Basiskurses und der gewählten Ober- oder Untergrenze einhält.

infoProfis im CFD Handel wissen, dass Stop-Loss-Orders ein absolutes „must have“ sind. Denn ohne die Implementierung dieser ist das Verlustrisiko aufgrund der Hebelwirkung schlichtweg unkalkulierbar hoch. Beliebt ist auch die Kombination der Stop-Loss- mit einer Limit-Order. Hierbei wird festgelegt, dass die Position bei Erreichen eines definierten Wertes automatisch mit Gewinn verkauft wird. So kann sich der Anleger in beide Richtungen absichern. Entweder der Basiswert entwickelt sich wie gewünscht und er erzielt einen Gewinn oder der Verlust bei ungünstigem Kursverlauf hält sich in einem überschaubaren Rahmen.

 

Weitere CFD Handel Risiken

Nicht zu vernachlässigen ist außerdem das Over Night Risiko. Während viele Investoren den CFD Handel für kurzfristiges Traden nutzen, kann eine Position durchaus auch über mehrere Tage oder gar Wochen gehalten werden. Hier besteht aber immer die Gefahr, dass der Eröffnungskurs deutlich unter dem Schlusskurs des Vortags liegt. Diese Overnight-Gap kann zum Beispiel durch die anfangs beschriebenen Ereignisse entstehen, die erst nach Handelsschluss eingetreten sind.  Es kann nun sogar dazu kommen, dass eine Stop-Loss-Order nicht mehr zur Verlustbegrenzung ausreicht, da der aktuelle Kurswert auf einen Schlag unter bzw. über die festgelegte Grenze gesprungen ist. Dies hat die automatische Glattstellung der Position zur Folge, um weitere Verluste zu vermeiden. Dennoch müssen die bereits entstandenen Verluste vom Anleger getragen werden.Weitere Risiken entstehen zudem, wenn sich der Differenzkontrakt aus einer ausländischen Währung ableitet oder der Basiswert in dieser gehandelt wird. Hier müssen auch etwaige Schwankungen des Wechselkurses einkalkuliert werden. Außerdem können durch den Einsatz von elektronischen Handelssystemen, wie es beim CFD Handel für gewöhnlich der Fall ist, immer auch technische Schwierigkeiten auftreten. Der Broker bzw. Market Maker ist in so einem Fall nicht für die beim Anleger entstandenen Verluste haftbar zu machen, falls diese nicht auf eine fahrlässige Handlung durch ihn zurückzuführen sind.

Zusammenfassung CFD Risiken

Der CFD Handel bietet definitiv große Chancen, durch überlegtes Trading bereits mit geringem Kapitalaufwand erhebliche Gewinne zu erzielen. Insbesondere unerfahrene Anleger sollten sich hiervon aber nicht blenden lassen und immer auch die Risiken im Auge behalten. Beachtet werden sollten zusätzlich die Kosten, die beispielsweise durch Transaktionsgebühren und steuerliche Effekte auftreten. Diese sind streng genommen zwar nicht zu den Risiken zu zählen, mindern den erwarteten Gewinn aber zusätzlich.

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